Ein Land aus Fantasia
Marokko, ein Land wie aus Tausendundeiner Nacht,
mit dem quirligen Leben
seiner orientalischen Basare, seinen hoch aufgetürmten
Städten und
geheimnisvollen Berberburgen. Wer riecht nicht schon bei
der Erwähnung
des Namens den Duft fremdartiger Gewürze, hört
nicht die schrillen
Anpreisungen der Händler, sieht nicht die intensiv
leuchtenden Farben
einer arabischen Fantasia.
Marokko, das neben Algerien und Tunesien westlichste
der drei
Maghreb-Länder, öffnet in der Tat das Tor nach
Afrika, doch schlägt es
umgekehrt über die Meerenge von Gibraltar auch die
Brücke zu Europa.
Im Norden vom Mittelmeer und im Westen vom Atlantik
umgeben, zwischen
dem Rif, den schneebedeckten Gipfeln des Atlasgebirges und
den endlosen
Weiten der Wüste Sahara breitet sich die fruchtbare
Zentralebene der
Meseta aus. Hier liegen die Königsstädte Fes,
Marrakesch und Meknes, die
Hochburgen islamischer Kunst. Jenseits des Atlas, im Süden,
tut sich
eine ganz andere Welt auf. In den Oasen der vorderen Sahara
haben die
Berber, die zu den ältesten Bewohnern Marokkos zählen,
ihre
zinnengekrönten Burgenstädte, die Kasbahs, erbaut.
Überwältigend und zauberhaft sind auch
die Landschaften Marokkos,
die Oasentäler und die Schluchten, die sich tief in
die Wildnis des Hohen Atlas
eingeschnitten haben, die Dünen und die Stein-Geröll-Wüsten,
die sich in der
Unendlichkeit der Sahara verlieren. Ebenso vielseitig wie
die Landschaften
dieses Königsreichs ist seine Kultur , die beeinflusst
ist durch ein karthagisch-
römisches Erbe und bestimmt wird durch den Kontrast
zwischen dem
archaischen Leben der Berber und den hochartifiziellen Zeugen
der islamischen Baukunst.
Margit Weigmann und Erhard Pansegrau (Marokko erschienen
beim
Bruckmann-Verlag, München 1993) ISBN 3-7654-2499-4